Kerstin Feuge

Über den Ursprung der Sprachen
Die evolutionäre Relevanz der Wölbung 

In der vorliegenden Arbeit wird die Theorie entwickelt, dass alle Sprache der Erde auf das gemeinsame Grundprinzip der Wölbung zurückgehen. Dieses impliziert mit der konkaven und der konvexen Wölbung zwei Elemente, die einen Kreis bilden. Der Kreis als Urbegriff der menschlichen Sprache lässt sich mit dem Konzept des Schwellens gleichsetzen und bildet somit das Fundament für die Entstehung des Wortes. So stellt der Kreis als Symbol des Schwellens eine fundamentale Struktur der Sprache dar und ist nicht nur ein völlig neuer wissenschaftlicher Ansatz, sondern auch ein starkes Argument für die von verschiedenen Forschern propagierte Ursprache, das so genannte „Proto -World“.

Diese Theorie stimmt mit den Thesen der Arbeit „Entstehung, Entwicklung und Urbuasteine der menschlichen Sprache“ von Lino Franceschini überein, welche somit bestätigt werden. Ein starkes Indiz für die Richtigkeit der Annahme, dass das Grundprinzip des Schwellens für die Entstehung aller Sprache der Welt Gültigkeit besitzt. Unter diese Proto-Welt-Sprache ist aber nicht eine hypothetische Ursprache von der alle heute bekannten Sprachfamilien abstammen zu verstehen, sondern ein einziges gemeinsames Grundkonzept, das die Entstehung aller Sprachen geprägt hat.

Zum Zwecke der Beweisführung werden die zwei umfangreichsten Sprachfamilien der Welt, die Niger-Kongo-Sprachen und die austronesischen Sprachen, miteinander korreliert und einer gründlichen Analyse unterzogen.

Als Vertreter der Niger-Kongo-Sprachen wurde das Proto-Bantu untersucht. Die aus diesem hervorgegangen Bantu-Sprachen werden in der gesamten südlichen Hälfte Afrikas bis zum Sudan hin gesprochen, und wie schon P.W. Schmidt einst feststellte, handelt es sich um “ein Sprachgebiet von einer Einheitlichkeit der darin gesprochenen Sprachen, wie es kaum irgendwo bei so großer räumlicher Ausdehnung noch gefunden wird”.

Die austronesische Sprachfamilie besitzt ein riesiges Verbreitungsgebiet, das sich auf der West-Ost-Achse von Madagaskar bis zu den Osterinseln und in Nord-Sud-Richtung von Taiwan bis Neuseeland erstreckt.

Beide Sprachfamilien haben sich lange Zeit nur durch mündliche Überlieferung erhalten, was auf einen sehr ursprünglichen Charakter dieser Idiome hindeutet. Daher sind sie für die Forschung außerordentlich interessant und besitzen, was die Untersuchung sprachgenetischer Zusammenhänge
anbelangt, eine Schlüsselfunktion.

Die Autorin

Kerstin Feuge wurde 1963 in Hamburg geboren. Sie studierte Sprachen und Kulturen Austronesiens, allgemeine Sprachwissenschaft und Phonetik. Promotion 1990 im Fach Phonetik.